kaufen oder mieten?

wer hat sich das ab einem bestimmten Alter nicht schon selbst gefragt? Was ist besser: kaufen oder mieten?Als Kind wurde mir ständig eingebläut, Kauf dir eine eigene Immobilie! Zur Miete wohnen ist nur rausgeschmissenes Geld. Diese Denkweise hat sich so sehr in meinen Kopf eingebrannt, das ich lange Zeit nicht nachvollziehen konnte, warum so viele Menschen noch zur Miete wohnen. Vor allem welche, bei denen ich genau wusste das sie sich eine eigene Immobilie locker leisten konnten. Nun da ich mich in den letzten Wochen mit Finanzen allgemein und auch ein wenig mit Eigentumswohnungen im speziellen beschäftigt habe kann ich mit Sicherheit sagen, dass die Antwort auf die Frage „mieten oder kaufen?“ ganz einfach und eindeutig ist, sie lautet nämlich „es kommt darauf an“. Keine besonders befriedigende Antwort, ich weis. Aber eine klare und eindeutige Antwort gibt es eben nicht, weil es auf viel zu viele Faktoren ankommt. Was ich aber hier und jetzt anbieten kann, ist eine Beispielrechnung ganz konkret an meiner jetzigen Situation.

Würde ich die Wohnung von meinem letzten Blogbeitrag wirklich kaufen, sähe es finanziell bei mir so aus:
Auf den Kaufpreis von 72.000€ kommen noch Maklergebühr, Notar und Grundsteuer, alles in allem machen diese „Nebenkosten“ nochmal 13% des Kaufwertes aus. Somit ist der Gesamt Preis bei 81.360€. Für eine Wohnung die nur 72.000€ Wert ist.

Für die 81.360€ würde ich einen Kredit bekommen mit den folgenden Kondition: Mit einer Eigenkapitalleistung von 20% bekäme ich für 5 Jahre einen effektiven Jahreszins von 2,65%

Mein Plan ist es, die Wohnung wirklich komplett ohne Restschuld in 5 Jahren ab zu bezahlen. Um den Kredit zu bedienen und auch noch gleich die Restschuld, die nach 5 Jahren Laufzeit übrig bleibt, anzusparen und das hohe Hausgeld zu bezahlen müsste ich jeden Monat 1500€ zusammen bekommen. Ein ganz schön großer Batzen. Gottseidank bin ich nicht alleine, zu zweit bekommen wir diesen Betrag gestemmt.

Nach 5 Jahren würde mir die Wohnung im Wert von 72.000€ gehören.

Zur Zeit wohnen wir zur Miete für 750€ warm. In 5 Jahren wird diese bestimmt auch gestiegen sein, daher rechne ich durchschnittlich mit 800€ pro Monat Warmmiete. Würde ich also die oben genannten 20% Eigenkapitalleistung jetzt sofort in z.B. Aktien/Fonds investieren und dazu noch jeden Monat zusätzlich 700€ ansparen (die 1500€ von oben minus den 800€ Miete = 700€). Schafft man es nun mit seinen Investitionen eine Netto Rendite von jährlich 4% zu erreichen, hätte man sich nach 5 Jahren ein Vermögen von ca. 67.000€ aufgebaut.

5.000€ in 5 Jahren unterschied. Also 1.000€ jedes Jahr Spare ich mit meiner eigenen Wohnung. Nun das klingt ja ganz schön aber was ist wenn …

… wenn man mit Aktien/Fonds (oder anderen Investitionen) deutlich mehr Nettorendite als 4% schafft. Nehmen wir z.B. an man schaft 9%, dann würde es genau umgekehrt aussehen. Dann hätte man ein Vermögen von 77.000€ aufgebaut, also genau 5.000€ mehr als mit der Wohnung. Allerdings kann die Wohnung ihren Wert in dieser Zeit ebenfalls ein gutes stück steigern, so dass es hier wieder ausgeglichen sein kann.

… wenn man deutlich günstiger zu Miete wohnt. Das ist ein verdammt gutes Argument. Würde ich nicht in Frankfurt wohnen, betrüge meine Miete gerade mal 400€ warm für ein vergleichbare Wohnung. Damit könnte ich wesentlich mehr jeden Monat investieren und noch besser von dem Zinsenszinseffekt profitieren. Aber auf der anderen Seite, Sind Wohnungen auf dem Land auch deutlich günstiger, somit würde ich die Wohnung noch viel schneller ab bezahlen oder sogar was komplett ohne Kredit finanzieren können.

… wenn die Kreditzinsen deutlich steigen. Die aktuellen hohen Immobilienpreise sind dem sehr niedrigen Leitzins zu verdanken. Mehr menschen können sich eine eigene Wohnung finanzieren und somit steigt die Nachfrage und damit auch der Preis. Ich denke die Börse unterliegt noch viel größeren Schwankungen als die Kreditzinsen.

… wenn ich die Wohnung abbezahlt habe, fange ich doch dann erst recht an richtig viel Geld zu sparen, da ich ja keine Kaltmiete mehr zahle. Das stimmt schon, allerdings wirft die Wohnung auch keine Rendite ab, das Vermögen würde nur mit jedem Monat nur linear steigen. Durch den bereits oft genannten Zinseszinseffekt würde das Investierte Vermögen exponentiell steigen.

Die weiteren Faktoren die man bei kaufen vs. mieten nicht außer acht lassen sollte. Z.B. das man beim Mieten mit dem Wohnort deutlich flexibler ist. Oder als Eigentümer kann man viel mehr selbst in der Wohnung bestimmen. etc… letztendlich ist es reine Geschmackssache. Und ob man nun eher einen Gewinn oder Verlust macht hängt eben stark von der aktuellen finanziellen Lage und den eigenen Fähigkeiten ab.

Ich persönlich habe mich aus 3 Gründen für das Eigentum entschieden.

  1. ich traue mir (noch) nicht 4% Nettorendite an der Börse zu
  2. aktuell niedrige Zinsen und meine aktuelle finanzielle Lage erlauben es mir die Wohnung recht schnell und mit einem nur sehr geringem Risiko ab zu bezahlen.
  3. das ist mein erster versuch ein Vermögen aufzubauen, daher habe ich etwas gewählt, wo ich die Risiken meiner Meinung nach etwas besser abschätzen kann.
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2 Gedanken zu “kaufen oder mieten?

  1. Pingback: Verkauf der Wohnung und Abschluss Bilanz | RAM254

  2. Pingback: Finanzieller Stand der Wohnung oder wo ist der Haken? | RAM254

Gedanken dazu …

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