Tomo v8-4 Powerbank Review

Vor geraumer Zeit habe ich mir eine vermeintlich hochwertige Powerbank ohne Batterien gekauft. 

Da ich ein paar alte Notebook Akkus rumfliegen hatte, dachte ich mir, ich nehme die mal auseinander und schaue ob ich noch ein paar der enthaltenen Li-Ion-Zellen gebrauchen kann.

Nun hatte ich aber kein Ladegrät für 18650 Li-Ion-Zellen. Da ich sie sowieso als Powerbank nutzen wollte, suchte ich im guten alten fernen Asien nach güntigen Powerbank Gehäusen die auch gleich eine Ladeelektronik mit bringen.

Gestoßen bin ich dabei auf die Tomo v8-4

Tomo v8-4

Tomo v8-4 (Quelle: http://www.tomopowerbank.com/)

Die vielen Reviews und Bewertungen klangen so gut, dass der vergleichsweise hohe Preis von knapp 15€ inkl. Versand gerechtfertigt schien. Zugegeben sie sieht wirklich schick aus und die Verarbeitung ist auch gut. Doch das Beste an Tomo ist, es lassen sich 1-4 18650 Zellen in beliebiger Konfiguration verwenden. Alle 4 Schächte werden unabhängig von einander geladen und die Bank ist sogar bereits mit nur einer Zelle voll funktionsfähig. Dazu hat sie ein sehr schickes und hell beleuchtetes Display.

tomo_v8-4

Tomo v8-4 Display

Die Specs im Überblick

  • 1-4 Schächte für 18650 Li-Ion Zellen
  • 1 x 2,1A und 1x 1A USB-A Ausgang
  • 1 x 2A MicroUSB Eingang
  • Ladestatus jeder Zelle einzeln
  • Spannung + Strom-Anzeige für jeden USB Port
  • automatische Lasterkennung, schaltet sich automatisch an oder aus
  • passthrough modus, andere Geräte können geladen werden während die Powerbank selbst läd

Doch leider entpuppt sich dieses Produkt beim genaureren hinsehen als nur halb zu ende Gedacht. Ich beginne die Liste meiner Kritikpunkte mit den unwichtigesten zu erst:

  • passthrough modus funktioniert zwar aber die Powerbank stoppt das Laden der eigenen Akkus viel früher als nötig und gibt die Leistung lieber auf den Ausgangsport.
  • Das Display wird nur schlecht genutzt. Obwohl die Spannung jeder einzelnen Zelle kontinuierlich gemessen wird, zeigt das Display tortzdem nur ein simples Icon pro Batterie an. Da hätte man viel mehr machen können.
  • Die Ladeelektronik versucht die Batterie auf 4.2V zu laden. Nun sind meine verwendeten Zellen schon älter und besitzen auch keinen eigenen Überspannungsschutz. Daher ist bei denen bereits bei 4.15V Schluss. Dies erkennt die Powerbank aber nicht und versucht weiter Energie in die Zelle zu pumpen. Das Ergebnis sind extrem heiße 18650 Zellen. Daher bitte keine ungeschützen Zellen verwenden.
  • Die interne Messelektronik ist die ganze Zeit aktiv und verbraucht Strom. Das führt dazu, dass die Powerbank relativ schnell sich selbst entlädt. Je nach Anzahl und größe der Zellen, redet man da von 1-8 Wochen in denen ca. 50% der Energie verloren gehen. Daher wenn man sie länger liegen lässt, einfach die Zellen herausnehmen.
  • Der Ladestrom ist pro Schacht fix und beträgt 400mA. Egal wie viel Strom am Eingang verfügbar ist. Das bedeutet egal ob man 1 oder 4 Zellen gleichzeitig läd. Der Ladevorgang dauert immer gleich lang. Jedoch wäre die Ladeelektronik in der Lage bis zu 1A pro Schacht zu liefern. Dazu müsste man nur pro Schacht einen kleinen Widerstand austauschen. Mir persönlich war das aber nicht so wichtig, daher habe ich es so gelassen wie es ist.

Kommen wir nun zum größten Problem

Offenbar sind mehrere Hardwareversionen von dieser Powerbank im Umlauf. Während der Version von 2014 wunderbar funktioniert, scheint die Hardwareversion ab 2015 viel zu früh abzuschalten. Li-Ion Batterien gelten bei einer Spannung von 3,7V als voll und können bis auf 3.0V entladen werden. Dabei sollte man genaustens darauf achten die Zelle nicht weiter als bis 3.0V zu entladen, sonst könnten sie beschädigt werden. Meine 2015er Hardwareversion der Powerbank entlädt die Zellen aber nur bis 3,5V und schaltet dann ab. Warum das so ist und wie man das ändern kann werde ich in einem Folgebeitrag genauer beschreiben.

Fazit

Zusammen gefasst kann ich diese Powerbank leider nicht empfehlen. Vorallem die 2015er Version ist für mich praktisch nutzlos. Rückwirkend betrachtet, hätte ich mit dem Wissen von heute alle benötigten Teile für einen Gesamtpreis von 5€ bekommen können und hätte eine echte DIY Powerbank :)

Advertisements

Gedanken dazu …

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s