Räumung des Hauses: inwieweit sollte/kann man sozial sein?

In wieweit kommt man dem aktuellem Besitzern entgegen, was die Räumung betrifft, wenn sich kurzfristig seine Pläne ändern? Wie sehr schränkt man sich selbst vielleicht ein, um anderen zu helfen? Oder sagte man einfach: es gibt einen bindenden Kaufvertrag und Pech?

Räumung … mh und die Frage, wie entgegenkommend man sein sollte

Wir hatten einen Sonderfall. Bewohnt wurde das Haus von einer Mutter mit zwei Kindern, die eigentlich weiter weg ziehen wollten. Allerdings zwei Wochen vor dem Auszug änderten sie komplett ihre Pläne, um doch in der Region zu bleiben. Problem: Verlauf, Auszug, Übergabe etc war für mitte eines Monats angesetzt … die neue Wohnungen natürlich aber erst ab dem ersten des Folgemonats verfügbar. Sie fragte zunächst bei uns, ob sie weitere zwei Wochen im Haus bleiben könnte, auf Mietbasis, da sie natürlich den Kaufvertrag nicht ändern wollte und – vor allem – das Geld haben wollte. Das wäre schon heikel genug, aber leider überschnitt sich dies mit unseren Plänen … beide Badezimmer im Haus kern zu sanieren. Für dieses Vorhaben hatten nicht nur wir beide Urlaub genommen, nein auch 2 Helfer hatten eine Woche Urlaub für uns geopfert.

Aber wie sozial sollten wir sein? Sollten wir wirklich unsere Pläne über den Haufen werfern, weil sie wegen „Selbstverschulden“ kurzfristig eine Unterkunft benötigt? Wie gesagt … Keine zwei Wochen vor Übergabe bzw ihr Plan sah vor, bereits 3 Tage vor der Schlüsselübergabe das Haus zu räumen, also 1 Woche vor Baustellenbeginn. Für uns war eins auf jeden Fall klar: wir weichen nicht von unseren Plänen ab, dafür haben wir den Baustellenbeginn zu lange schon geplant und alles darauf ausgelegt, aber einfach vor die Tür wollten wir sie auch nicht setzen.

Unsere Bedenken*

  • ein Kind verletzt sich. Klar es kann im Vorfeld gesagt worden sein, dass wir keine Haftung dafür übernehmen und man einigt sich im gegenseitigem Einverständnis … aber im Fall X würde eine Mutter anders reagieren. Zudem haben wir rechtlich einfach die Verantwortung.
  • unser Haus – unser Risiko – unsere Haftung
  • Dadurch das wir beide Badezimmer komplett rausreißen entsteht soviel Staub und Dreck, was das Haus unbewohnbar macht, siehe Bilder in diesem Bericht
  • Könnte man uns im Nachhinein eventuell belangen, weil durch den Staub Atemprobleme auftreten können?
  • Unsere Bank könnte uns den Kredit kündigen, weil wir eine Räumung bestätigt haben, obwohl die aktuelle Besitzerin noch drin wohnt.
  • Was ist, wenn es sich mit der neuen Wohnung verzögert. Was dann? WG gründen? Unsere Wohnung ist bereits verkauft.
  • Könnte Sie das Haus „besetzen“? Wir könnten sie nicht „rausschmeißen“, da wir mit der Bestätigung ihrers Auszugs unser Recht darauf genommen haben (Vermutung). Laut Kaufvertrag hätten wir nach zwei Wochen die Zwangsräumung einleiten können – Standardklausel.

Unsere Lösungsvorschläge

  • Wohnung über „Air bnb“ mieten für die Zwischenzeit
  • zu Freunden ziehen, Angebote bestanden
  • in einem Hotel übernachten

img_20170218_121900.jpgKurz um: drin wohnen – hätten wir einfach zu viel Angst vor dem großem Risiko auf unserer Seite; Rechtlich hätten wir uns selbst in Ketten gelegt.* Glücklicherweise kamen die drei bei Freunden unter. Für die Möbel räumten wir ein, dass diese im Haus gelagert werden können, bis zum Umzug von ihnen. Wir könnten loslegen und sie brauchte ihre Möbel nicht zwischenlagern.

Gedacht: sie beschränkt sich auf ein paar Räume, die für uns nicht nutzbar wären für 3 Wochen (für uns zeitlich vertretbar, da wir Puffer nach hinten mit unserer Wohnung hatten). Aber den Rest könnten wir für unseren Einzug vorbereiten. Realität: Die Möbel standen an Ort und Stelle, wie vorher und in jedem Raum waren ihre Sachen verteilt. Selbst in den beiden Räumen, die wir mit ihr als Lagerung für unsere Sachen ausgemacht hatten,  standen von ihr Möbel samt Kleinkram. Die Hälfte der Küchenschränke war belegt. Darüber hinaus waren ihre Möbel auch in keiner Weise abgedeckt. Wir vermuten sie hat den Umfang der Sanierung nicht richtig abgeschätzt. Gut das wir die Türschlitze abgedichtet haben ;) Sie selbst kam nur einmal vorbei, weil wir sie darum gebeten hatten, etwas mehr Fläche freizuräumen. Mit wenig Erfolg. Wir freuen uns nun einfach nur noch darauf das bald die Umzugsfirma anrückt und der Abtransport ihrer Möbel statt findet.

Fazit

Wir wollten nett ihr gegenüber sein, sie nicht einfach vor die Tür setzen … aber hätten wir gewusst es so verläuft (habe noch einige Details weggelassen), hätten wir es nicht gemacht und sollte uns jemand nach einer Meinung zu so etwas fragen, werden wir nun IMMER davon abraten. Im Vorfeld hätten wir sie nicht so eingeschätzt, aber man sollte eben nicht erwarten, dass Menschen auf die selbe Weise reagieren, wie man selbst. Wir sind nur sehr froh, dass wir ihr nahe gelegt hatten, mit den Kindern zu Freunden zu ziehen. Im übrigen hatten uns Freunde in Gesprächen auch dazu geraten …

Was meint ihr? Wie hättet ihr reagiert? Hattet ihr schon mal eine ähnliche Situation?

* basiert nur auf unseren Vermutungen; wir haben es nicht rechtlich prüfen lassen. Was daran lag, dass unser Notar gerade Urlaub hatte und die Hotline des Rechtsbeistandes dauer belegt war.

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4 Gedanken zu “Räumung des Hauses: inwieweit sollte/kann man sozial sein?

  1. Pingback: Großprojekt: Traumhäusle … wie alles begann | RAM254

  2. Pingback: Reibungslos geht anders: willkommen auf der Baustelle! | RAM254

  3. Oh je, da habt ihr ja wirklich etwas mitgemacht. Streckt man den kleinen Finger, wird eben oft nach der ganzen Hand gegriffen.
    Ich denke jeder Hauskauf bringt so seine Tücken. Bei mir ging der Kauf damals reibungslos, doch als ich verkauft habe… immer wieder wollten sie mit weiteren Leuten ins Haus, noch vor Übergabe. Ich kann verstehen, dass man möglichst alles vorher klären will, doch dann legt man doch einen Termin mit allen notwendigen Handwerkern fest. So musste ich mir immer wieder Urlaub nehmen.
    Auch die Übergabe fand aus Gutmütigkeit statt, bevor ich den vollen Kaufbetrag hatte, dieser kam dann erst 5 Wochen später, nach mehrmaliger Erinnerung…
    Bei großen Dingen hat Großherzigkeit wohl leider nichts mehr verloren.
    Drücke euch die Daumen, dass in den kommenden Phasen alles glatt läuft.

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    • Mh, ok, scheinbar hast du Recht: je größer das Projekt, desto eher sollte man sich an den Kaufvertrag halten.
      Etwas entgegenkommend kann sich natürlich zeigen, aber wenn man merkt, das es ausgenutzt wird, besser einen Gang zurück.

      Dann hoffe ich mal, dass sich deine weiteren Immobilien reibungsloser abwickeln lassen.

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Gedanken dazu …

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